Fasching

In vielen Ländern verkleiden sich die Menschen im Fasching, oder „Karneval“, wie die Faschingszeit oft auch genannt wird. Woher kommt der Brauch sich im Fasching zu verkleiden?

Karneval in Venedig

Der Karneval in Venedig ist einer der ältesten der Welt. Er wird seit mehr als dreihundert Jahren jedes Jahr gefeiert.

Wahrscheinlich kommt die Tradition daher, dass die Fürsten einmal im Jahr ihren Dienern und Dienstmädchen die Gelegenheit geben wollten, mit ihnen zu feiern. Alle setzten sich eine Maske auf und verkleideten sich. So wusste niemand, wer der andere war. Alle konnten sich fröhlich und verrückt benehmen – sie waren durch ihre Verkleidung unkenntlich.

Heute gibt es in Venedig keine Fürsten mehr. Trotzdem hat sich der Brauch bis heute gehalten. Wer eine Maske trägt, wird nicht erkannt. Er kann einmal im Jahr verrückt sein.

In Venedig beginnt der Fasching übrigens schon früher als bei uns, nämlich am 15. Oktober. Wie bei uns, endet er mit dem Faschingsdienstag. Früher waren die letzten Faschingstage eine willkommene Gelegenheit, es sich vor Beginn der Fastenzeit noch einmal so richtig schmecken zu lassen. Außerdem mussten Eier und Milchprodukte aufgebraucht werden, die in der Fastenzeit nicht gegessen wurden.

Fasching
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Karneval in Rio de Janeiro

Der Karneval in Rio de Janeiro in Brasilien gilt als das größte Faschingsfest der Welt. Der Höhepunkt ist ein Umzug von Sambaschulen und ist gleichzeitig die größte Parade weltweit. Am Freitag vor dem Aschermittwoch beginnt das Fest und dauert vier Tage lang. Man muss schon sehr früh anfangen, die Kostüme zu nähen und die Tänze der Sambaschulen einzuüben. Die Kostüme sind sehr aufwändig gemacht und sind zum Teil auch sehr teuer. Es müssen ja auch an die 3500 Tänzer und Tänzerinnen eingekleidet werden. Die Wägen im Umzug sind teilweise 12 Meter lang, 8 Meter breit und bis zu 15 Metern hoch.

Rio de Janeiro
Rio de Janeiro

Insgesamt werden ungefähr zwei Kilometer Stoff vernäht. Der Umzug ist auch ein Wettbewerb für Musiker und Tänzer. Das Fest ist unglaublich bunt und abwechslungsreich. Man hört überall Trommeln und Schlagzeugrhythmen. Schon kurze Zeit nachdem der Karneval vorbei ist, beginnen die Planungen und das Einstudieren von Tänzen für das nächste Jahr.

Fasching in Österreich

Der Fasching in Österreich wird in verschiedenen Regionen unterschiedlich gefeiert. Im Westen von Österreich nennt man ihn Fas(t)nacht. Musik, Tanz, Maskentreiben und -umzüge, Narrenfreiheit, Geschlechtertausch, „verkehrte Welt“ und eine allgemeine Lebensfreude bestimmen den Fasching, der in der Zeit zwischen Dreikönig und dem Beginn der Fastenzeit am Aschermittwoch andauert. Zu den bekanntesten österreichischen Faschingsfesten gehört der Villacher Fasching in Kärnten, das Blochziehen im südöstlichen Österreich, der Rudenkirtag in Sierning bei Steyer und die Tiroler Fasnacht: Schleicherlaufen in Telf, Schemenlaufen in Imst oder das Wampelerreiten in Axams, die alle paar Jahre veranstaltet werden.

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Mardi gras, oder Fasching in New Orleans

Violett, Grün und Gold sind die Farben des größten Faschingsfests in den USA in der Stadt New Orleans am Fluss Mississippi. Auch dieses Fest lebt vom Verkleiden, Lachen, Tanzen, Musik und Paraden. Glänzende Ketten, Anhänger, Tassen und Stofftiere werden geworfen, die man fangen kann.

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