Ritter

In deinem Buch hast du schon viel über Ritter gelesen. Sie hatten eine Rüstung und ein Schwert, und sie kämpften in Kriegen. In vielen Orten gibt es im Sommer Feste, auf denen Turniere nachgespielt werden und man sich ansehen kann, wie Ritter ausgesehen haben. Frag einmal deine Eltern danach.

Ritter

Natürlich waren nicht alle Menschen im Mittelalter Ritter. In deinem Buch hast du schon über Leibeigene gelesen, die für die Ritter arbeiten mussten.

Die Töchter blieben bei ihren Müttern und später heirateten sie. Die Mutter zeigte der Tochter alles, was sie später können musste. Mädchen lernten singen und Instrumente spielen, sie lernten tanzen, sticken, nähen und Fremdsprachen. Vor allem mussten die Mädchen aber lernen, einen Haushalt zu führen. Für die Tochter eines Ritters war das eine wichtige Aufgabe. Auf einer großen Burg lebten viele Menschen.

Die Edelfrauen oder Ritterfrauen waren die wichtigsten Personen nach dem Ritter. Wenn ein Ritter und eine Edelfrau heirateten und Kinder bekamen, dann wurden diese Kinder später wieder Ritter und Edelfrauen. Aussuchen konnten sie sich das nicht, das war einfach so.

Aber waren alle Menschen Ritter und Edelfrauen? Nein, das wäre ja nicht gegangen. So wie heute auch mussten die meisten Menschen damals schwer arbeiten.

Alle Berufe können wir hier nicht aufschreiben, aber es gab Köchinnen und Bäckerinnen, Stallknechte und Ziegenhirten. Es gab Bauern und Bäuerinnen, Schmiede und Schneiderinnen. Oft sagte man zu einer Frau „Magd“ und das hieß, dass sie auf einer Burg arbeitete und dort dann zum Beispiel putzte oder Holz trug und in den Kaminen Feuer machte. Oder sie war die persönliche Magd der Edelfrau und frisierte die Edelfrau und half ihr in die Kleider, nähte Knöpfe an und kümmerte sich um alles, was die Edelfrau von ihr wollte.

Der Bauer und die Bäuerin lebten am Land, sie hielten Tiere und produzierten die Lebensmittel für sich selbst und alle anderen Menschen. Manche Bauern hatten ihr eigenes Land, viele jedoch bearbeiteten Land, das einem Ritter gehörte und sie selbst gehörten dann auch dem Ritter, sie waren Leibeigene.

Die Menschen damals konnten sich ihre Berufe nicht aussuchen. Die Tochter eines Ritters war ein Edelfräulein und musste den Ritter heiraten, den ihr Vater für sie aussuchte. Der Sohn eines Schmiedes wurde wieder Schmied und durfte die Tochter eines Schmiedes heiraten, aber niemals ein Edelfräulein.
Wie findest du das? Möchtest du mal den Beruf ergreifen, den deine Mama oder dein Papa haben?